Lieber hier zusammen, als zu Hause allein

Im Neubau in der Bahnhofstraße in Neuhaus-Schierschnitz hat seit die Tagespflege der Diakonie geöffnet. Hierher können alle Senioren kommen, die bei Spiel, Spaß, Sport, Basteln und Diskussionen abwechslungsreiche Tage erleben möchten.
Neuhaus-Schierschnitz – Die vier älteren Frauen sitzen am großen Tisch mitten im Raum und lassen sich ihren Orangensaft schmecken. Vor ihnen stehen Vasen mit frischen Tulpen, daneben und auch auf den Nebentischen ist Osterdeko perfekt platziert. „Alles selbst gebastelt“, erzählen die Rentnerinnen stolz, und man merkt ihnen sofort an, dass sie sich hier – in den neuen Räumlichkeiten der Diakonie-Tagespflege zwischen Apotheke und Gaststätte Balloner – rundum wohlfühlen. „Besser kann man es nicht haben“, sagt Renate Gerber, und alle stimmen zu.
Die Leiterin der Einrichtung, Susanne Großmann, ist über so viel Begeisterung dankbar. „Ist ja wirklich auch sehr schön geworden“, sagt sie. Kein Vergleich zu den Räumlichkeiten, die man bis vor Kurzem noch nutzte. „Wir waren ja im Alten Annastift“ erklärt sie. Erhebliche Baumängel am alten Gemäuer in Sonneberg machten die Suche nach einer neuen Bleibe unausweichlich. Der Neubau der „Zusammen wohnen – zusammen leben GmbH“ aus Küps in Neuhaus-Schierschnitz kam da genau richtig. Die Diakonie Sonneberg mietete die Räume an und kann hier nun die Tagespflege anbieten. Behalten hat man aber den Namen. „Es bleibt unser Altes Annastift“, freuen sich alle.
Wer die Räume der Tagespflege betritt, denkt an alles andere als eine Senioreneinrichtung. Alles ist hell und modern eingerichtet. Nur ein paar ältere Schränke hat man mitgenommen und perfekt mit der neuen Einrichtung kombiniert. „Ja, von manchem konnten wir uns einfach nicht trennen“, sagt Susanne Großmann. Warum auch? Zusammen mit den Dekoartikeln aus dem Sozialkaufhaus in Kronach hat man so eine heimelige Atmosphäre geschaffen. Alles ist offengehalten, sodass jeder alles sofort im Blick hat. Auf der einen Seite eine moderne Küche mit Kochinsel. „Da wollen wir später auch gemeinsam kochen und backen“, verrät sie. Im Moment ist das leider noch nicht möglich, bekommt man das Essen geliefert. „Aber schon bald herrscht hier geschäftiges Treiben“, kann es die Einrichtungsleiterin kaum erwarten.

Gemütliche Sessel, in denen man lesen, fernsehen oder das Treiben im Raum oder durch die großen Fenster draußen verfolgen kann, wechseln sich mit Tischgruppen ab, an denen man gemeinsam die Mahlzeiten einnimmt, bastelt oder spielt. „Und jeden Morgen die Heimatzeitung liest“, ergänzt Anja Hütterott. Sie kümmert sich um die soziale Betreuung. „Spiel, Spaß, Basteln und diskutieren“, umreißt sie ihr Aufgabenfeld, das bei den Senioren sehr gut ankommt. Gerade zu alten Themen kann man sich in der Gruppe sehr gut austauschen. Aber auch vor Neuem verschließen sich die Gäste nicht. „Wir haben neulich erst Uno gelernt, das allen sehr gut gefallen hat“, weiß sie. Immer mit dabei sind die rüstigen Damen – im Moment ist nur das schwache Geschlecht in der Tagespflege vertreten, aber auch Männer sind gerne willkommen –, wenn es ums Musizieren geht. Singen oder selber ein einfaches Instrument spielen, gehören einfach mit dazu. Genau wie der Sport, will man doch auch im hohen Alter noch fit sein.
Ein wenig abgetrennt ist der Ruheraum, in dem elektrische Sessel, die man je nach Lust und Laune einstellen kann, zum Verweilen einladen. „Für unsere Mittagsruhe“, erklären die Gäste. Für alle, die sich dafür lieber zurückziehen wollen, gibt es noch einen extra Raum. „Manch einer braucht ab und an seine Ruhe“, wissen die Mitarbeiter aus Erfahrung. Schon jetzt freuen sich alle auf den Sommer, denn dann können sie auch auf der großen Terrasse Platz nehmen und dort die Sonne genießen.
19 Plätze stehen in der neuen Tagespflege zur Verfügung. „Im Moment sind nur wenige belegt“, bedauert Susanne Großmann. Schuld daran ist – wie oft in diesen Zeiten – Corona. „Da wir zwischendurch öfter schließen mussten, ist uns ein Großteil der Gäste weggebrochen“, erklärt sie. „Aber wir kommen weiterhin“, versprechen Marga Eichhorn aus Mengersgereuth-Hämmern und Renate Gerber aus Sonneberg. Beide waren schon im Alten Annastift und fühlen sie jetzt hier rundum wohl. „Die Betreuung ist sehr gut, und vor allem ist man hier nicht allein“, begründen sie. Dem kann Lotte Hofmann aus Sonneberg nur zustimmen. Sie ist diejenige, die am längsten in die Einrichtung kommt. „Seit über zehn Jahren“, weiß sie genau. „Meine Leute müssen arbeiten, und hier bin ich gut aufgehoben“, erzählt sie. Noch neu in der Runde ist Bettina Welsch aus Neuhaus-Schierschnitz. „Aber es ist wirklich schön hier“, ist sie zufrieden. Die Gemeinschaft, die Abwechslung und auch den Spaß, den man zusammen hat, können alle nur jedem empfehlen. „Ja genau, wir wollen unsere Familie auf jeden Fall vergrößern“, pflichten ihr Susanne Großmann und Anja Hütterott bei.
Kommen können alle, die gern möchten. „Von Vorteil ist natürlich ein Pflegegrad“, erklärt die Einrichtungsleiterin mit Blick auf die Kosten, die je nach Pflegegrad unterschiedlich sind. „Aber diese teilstationäre Leistung wird über die Kassen finanziert, und keiner muss sein Pflegegeld hergeben“, betont sie. Für 20 Euro pro Tag bekommt Essen, Trinken, Unterkunft und zahlt seinen Anteil an der Investkostenpauschale. „Aber das kann man über den Entlastungsbeitrag wieder geltend machen“, fügt sie hinzu und rät, sich am besten mal zu melden. Dann kann man die finanziellen Angelegenheiten genauer besprechen.
Geöffnet ist die Tagespflege der Diakonie Montag bis Freitag von 7 bis 16 Uhr. Wer möchte, kommt die ganze Woche. Man kann aber auch nur einzelne Tage auswählen. „Ganz wie jeder möchte“, erklärt Susanne Großmann und ist dankbar, dass man auch einen Transportservice anbieten kann. Mitarbeiter des Behindertenverbandes holen Oma oder Opa morgens zu Hause ab und bringen sie abends auch wieder.

cn

Diakoniewerk der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld e.V.
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