Ein bisschen bleibt sie noch

Nach fast 46 Dienstjahren als Lehrerin haben sich die Schüler und Kollegen in unserer Albert-Schweitzer-Förderschule in Hildburghausen von ihrer stellvertretenden Schulleiterin Bettina Müller verabschiedet, die sich – zumindest teilweise – in den wohlverdienten Ruhestand zurückzieht.

Hildburghausen – Blümchen über Blümchen, Lieder über Lieder, kleine und große Geschenke, wohin man auch blickte: Mit strahlendem Lächeln und Augen voller Dankbarkeit und Freude standen die jetzigen und viele ehemalige Schüler der Albert-Schweitzer-Förderschule vor ihrer Lehrerin Bettina Müller. Sie alle wollten Abschied nehmen und ihr alles Liebe und Gute für den neuen Lebensabschnitt Ruhestand wünschen, auch wenn sie die Einrichtung des Diakoniewerkes Sonneberg-Hildburghausen/Eisfeld noch nicht so ganz loslassen wird. Einmal pro Woche – immer donnerstags – möchte die 65-Jährige auch in Zukunft für die Schüler und vor allem mit ihnen Musik machen und den hauseigenen Chor fachmännisch leiten.
Seit mehr als 45 Jahren war Bettina Müller im Schuldienst tätig, begann in den 1970er Jahren ihre Ausbildung zur Lehrerin für untere Klassen am Institut für Lehrerbildung in Eisenach – ein Weg, den auch der heutige Schulleiter Heiko Wendel gegangen ist. 1978 startete sie mit 21 Jahren als frischgebackene Unterstufenlehrerin an der damaligen Polytechnischen Oberschule „Joseph Meyer“ in Hildburghausen mit den Fächern Deutsch und Musik; später brachte sie in Crock und Sachsenbrunn den Kindern Lesen, Schreiben und vor allem Singen bei – eine Leidenschaft, die sie bis heute nicht losgelassen hat.

1992 führte sie ihr pädagogischer Weg an die Förderschule Hildburghausen, damals noch in der Oberen Allee und in staatlicher Trägerschaft – ein Schritt, den sie seitdem nicht bereut hat. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sie viel erlebt, wie Schulleiter Heiko Wendel in seiner Laudatio sagte: 1997 Trägerwechsel zum Diakoniewerk, ein dreijähriges Aufbaustudium in Erfurt, „das wir gemeinsam absolvierten“, die Ausbildung zur Musiktherapeutin, den Umbau der Schule und den kompletten Umzug der Bildungseinrichtung an den heutigen Standort – eine Herausforderung, die für alle keine leichte war und doch von allen gemeinsam gemeistert wurde.
Es folgten die Übernahme der Werkstufenklassen, die der stellvertretenden Schulleitung, unzählige erlebnisreiche Ausflüge und Projekte mit den Schülern, die musikalische Umrahmung vieler Feste in der Stadt und im Landkreis, Auftritte mit dem Schulchor und vieles mehr. „Du hast Impulse gesetzt“, sagte Wendel, „bei Programmen, im Unterricht und bei der Gestaltung des Schullebens.“ Oft hätten sie geredet, sich im „stillen Kämmerlein“ gegenseitig beraten und hin und wieder das Herz ausgeschüttet: „Ich habe deine Meinungen und Erfahrungen immer hoch geschätzt“, erklärte der Schulleiter mit Nachdruck. Stets sei es ihr ein besonderes Anliegen gewesen, die Werte und Gebote des Lebens zu bewahren und weiterzugeben – sowohl an die ihr anvertrauten Schüler als auch ans Kollegium, das sich in schwierigen Situationen ratsuchend an Bettina Müller wenden konnte. Es sei vor allem diese Eigenschaft, die er an ihr bewundere, sagte Diakonie-Geschäftsführer Klaus Stark, der es sich nicht nehmen ließ, der langjährigen Pädagogin persönlich Adieu zu sagen. „Ihr Umgang mit Menschen und den Schülern dieser Einrichtung im Besonderen zeigt, dass es trotz aller Widrigkeiten im Leben möglich ist, gemeinsam die Stürme zu meistern und sich dabei die Menschlichkeit zu bewahren“, ergänzte er.
„Bettina, ich möchte Danke sagen für alles, was du geleistet hast“, erklärte Heiko Wendel feierlich. „Dankbare Schüleraugen, der Dank aller Kolleginnen und Kollegen für deine Hand am Steuerrad unserer Förderschule, der Dank der Eltern und des Fördervereins und natürlich mein Dank für deine Unterstützung in meiner Tätigkeit als Schulleiter seit 21 Jahren“, sagte er. Diesem Dank schlossen sich aus vollstem Herzen nicht nur Schüler- und Lehrerschaft an, sondern auch einstige Kollegen und Wegbegleiter sowie Ralf Schneider, der der Lehrerin mit Leib und Seele als Vorsitzender des Fördervereins der Schule im Namen aller Mitglieder alles Gute für den neuen Weg samt seinen Spaziergängen wünschte.

Diakoniewerk der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld e.V.
Köppelsdorfer Str. 157 • 96515 Sonneberg • Telefon 03675 4091-110 • eMail info@diakoniewerk-son-hbn.de

 
MITGLIED IM LANDESVERBAND DIAKONISCHES WERK EVANGELISCHER KIRCHEN IN MITTELDEUTSCHLAND E.V.

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